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Unsere Serie „Typisch Mann-Typisch Frau": Teil 86

 

Die verwirrende Welt des Sex
In der Tierwelt gibt es nichts, was es nicht gibt

Oft beobachten wir Ratten, Affen oder Vögel, um zu verstehen, warum Männer und Frauen so sind wie sie sind. Doch wie verlässlich ist das Tierbeispiel?

Was wissen Sie über das Geschlechtsleben von Tieren? Weit verbreitet ist folgende Vorstellung:

  • Männchen sind dominant, haben Harems, kümmern sich nicht um die Jungen und verstreuen ihren Samen wahllos in der Population.
  • Weibchen sind treu, fürsorglich und investieren all ihre Kraft in Nachwuchs.

Hier gilt, was für alle vereinfachende Ideen gilt: Es gibt mindestens ein Beispiel, auf das unser Klischee zutrifft. Doch wer kennt die zahlreichen Gegenbeispiele? Wenn Sie einen anderen Umgang der Geschlechter bevorzugen – für jede beliebige Variante finden Sie zahlreiche Belege. Egal, wie Sie das Verhältnis von Männern und Frauen erklären wollen: Irgendwo finden Sie immer eine passende Tierart. Genetisch betrachtet, ähneln wir nicht nur Affen und Ratten. Um menschliche Erbkrankheiten zu verstehen, untersuchen die Forscher beispielsweise auch Würmer, Taufliegen, ja sogar Hefepilze. Auch männliche und weibliche Gene reichen in der Evolution weit zurück. Aber was die Natur hervorbrachte, ist eine verwirrende Vielfalt. Blicken Sie mit uns auf einige faszinierende Beispiele.

Penis: Viele Tiere haben gar keinen, zahlreiche Vögel „vögeln“ ohne. Den längsten hat der Blauwal: 3 Meter! Das ist ein Zehntel seiner Körperlänge – damit sind die Ausmaße, relativ gesehen, ähnlich wie beim Menschen. Das isländische Phallusmuseum stellt 151 Tierpenisse aus. Sein schwerstes Exponat stammt von einem Pottwal und wiegt 20 Kilo. Einige Tierarten, zum Beispiel bestimmte Krebse, können ihn auf ein Mehrfaches ihrer Körperlänge ausfahren. Den meisten Affenmännchen erleichtert ein Knochen die Erektion, während menschliche Männer allein auf die Kraft der Hydraulik (Blutpumpe) angewiesen sind. Männliche Schlangen haben zwei Penisse – doch auch sie begatten nur ein Weibchen. Der Penis von Ameisenigeln besitzt an der Spitze vier Verzweigungen, von denen sie bei der Paarung zwei verwenden. Manche Tiere benutzen einen Penisersatz: Tintenfische haben einen ihrer Arme darauf spezialisiert, explosionsartig ihren Samen auszuschleudern.

Sperma: Die Zahl der Samenzellen übertrifft die Menge weiblicher Eier meist um ein Vielfaches. Doch für eine Taufliegenart zählt eher die Größe. Sie rollt eine einzige lange Samenzelle auf und übergibt sie dem Weibchen. Was die Menge betrifft, sind alle Extreme möglich. Die nicht gerade kleinen Truthähne erzeugen ein Spermatröpfchen, das nur ein scharfes Auge ohne Lupe erkennt. Eine Zebraart spendet dagegen volle zwei Liter.

Dauer des Geschlechtsaktes: Der Mensch liegt mit vier Minuten im Mittelfeld. Unsere nächsten Verwandten nehmen sich deutlich weniger Zeit: der Schimpanse 7 Sekunden, der Zwergschimpanse (Bonobo) 15 Sekunden, der Gorilla 60 Sekunden. Die Rekorde im Tierreich stellen andere auf. Der Spatz ist der schnellste. Seine Kopulation dauert eine Zehntelsekunde! Der ausdauerndste Liebhaber ist ein australischer Wüstenkäfer. Er lässt sich bis zu mehreren Wochen Zeit mit der Begattung.

Befruchtung (Männchen): Bei uns heißt es nach dem Sex nur noch Abwarten, ob ein Kind daraus hervorgeht. Bei vielen Tieren geht der Wettbewerb danach weiter. Was bei uns erst die Sexindustrie hervorbrachte, gehört bei manchen Insekten und Würmern zur natürlichen Ausstattung: Verhütung. Männchen verschließen die Weibchen nach der Begattung, um möglichen Nachfolgern ale Chancen zu nehmen. Schmetterlinge, die auf diese Strategie setzen, stellen dafür größere Mengen leerer Samenzellen her, die dem Sperma eines späteren Männchens das Durchkommen unmöglich machen. Doch auch die Nachfolger sind nicht wehrlos: Das schon erwähnte Zebra mit den zwei Litern Sperma versucht zum Beispiel, den Samen des Vorgängers auszuspülen. Vermutlich entstand der Penis in der Evolution als Werkzeug, um das Sperma der Vorgänger zu verdrängen.

Befruchtung (Weibchen): Bei anderen Tieren entscheiden die Weibchen, wessen Nachwuchs sie zur Welt bringen. Hühnerarten stoßen den größten Teil der Samenspende sofort wieder aus. Was drin bleibt, muss in ihrem Körper ein System von Röhren passieren. Da treffen die Samenzellen auf weitere Filter, in denen sie bis mehrere Wochen hängen bleiben. Dadurch kann sie die Samen mehrerer Männchen aufnehmen – und nur die stärksten und gesündesten kommen ans Ziel.

Geschlechtsunterschiede: Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars? Wenn unsere Geschlechter von verschiedenen Planeten stammen sollen – bei vielen Tieren sind es verschiedene Universen! Im Vergleich mit anderen Tieren gesehen, sind sich Männer und Frauen recht ähnlich. Nur bei wenige Tierarten (z.B. Hyänen) sind Männchen und Weibchen noch weniger zu unterscheiden. Nur bei wenigen Affen sind die Größenunterschiede so gering wie bei uns. Auch unsere männlichen und weiblichen Vorfahren waren verschiedener als wir. Auch hier liegen die Extreme bei anderen Tiergruppen. Das Männchen der Elefantenrobbe ist mehr als sieben Mal so groß wie das Weibchen. Von der Umkehrung berichtete schon Darwin: Bei manchen Rankenfußkrebsen besitzen die Weibchen im Körperinnern zwei kleine Hohlräume. In denen trägt sie je ein winziges Männchen mit sich herum.

Brutpflege: Weibchen kümmern sich aufopferungsvoll um die Jungen, während sie die Männchen nur mit Mühe dazu bringen, sich daran zu beteiligen? Bei zahlreichen Fischen und Vögeln läuft es umgekehrt. Bei Maulbrütern nehmen die männlichen Fische die ganze Arbeit auf sich. Bei Drosseluferläufer bauen die Männchen, wie es sich gehört, das Nest. Dann kommt das Weibchen, legt die Eier – und flattert davon, während er allein die Jungen ausbrütet und groß zieht. Sie sucht dagegen nach einem neuen Männchen. Auf diese Weise füllt sie in einer Saison bis zu fünf Gelege, ihm bleibt nur eins.

Treue: Im 19. Jahrhundert hielten Prediger die Treue mancher Vögel dem Menschen als Beispiel vor. Seit Gentests möglich sind, zog Ernüchterung ein. Bei mehr 75 Prozent der über 100 untersuchten Arten fand man: Der Vater, der die Jungen füttert, ist in vielen Fällen nicht der biologische Erzeuger. Bei einigen Vogelarten waren bis zu drei Vierteln der Eier fremdgezeugt. Bei der amerikanischen Purpurschwalbe begattet der die meisten Weibchen, der zuerst am Standort einer entstehenden Brutkolonie ankommt. Die später ankommenden Männchen ziehen seinen Nachwuchs groß.

Kampf der Geschlechter: Bekannt ist die Gottesanbeterin. Sie frisst ihr Männchen nach dem Sex auf. Warum gerade sie als Modell für Sexkannibalismus steht, ist unklar. Denn bei ihr ist es das Verhalten einer Minderheit. Zahlreiche andere Schnecken und Insekten – vor allem einige Spinnen – sind da viel aktiver. Mehr Opfer fordert jedoch die Konkurrenz der Männchen im Vorfeld. Hirsche kämpfen mit ihren mächtigen Geweihen nur pro forma. Sie verletzen sich selten. Ganz anders die schon erwähnte Elefantenrobbe. Und die Weibchen schauen keineswegs passiv zu. Im Gegenteil. Anfangs weisen sie jeden Bewerber zurück. Die anderen Männchen werden aufmerksam, und die Kämpfe beginnen. Erst wenn sie gesehen hat, wer der Beste ist, gestattet sie ihm die Paarung. Bei manchen Tierarten – etwa dem australischen Schnabeltier, das seine Rivalen mit einem Giftstachel umbringt – sterben im so viele im Kampf, das am Ende das Zahlenverhältnis Weibchen zu Männchen 6 : 1 beträgt.
Beim Überblick über die gesamte Tierwelt schälen sich einige Regeln heraus. Großer Penis und große Hoden einer Tierart – dazu zählt auch der Mensch – sind Anzeichen für Untreue. Geringe Körperbewaffnung (kleine Zähne, keine Krallen) und ähnliche Größe von Frau und Mann wiederum weisen auf Monogamie und Treue hin. Auch das trifft für uns Menschen zu. So sehr wir uns eindeutige Verhältnisse wünschen mögen – vielleicht ist es gerade die Mischung aus verschiedenen Strategien, die uns Menschen so erfolgreich gemacht hat.

Literaturtipps:
Steve Jones: Der Mann – ein Irrtum der Natur? Rowohlt, Reinbek 2003.
Olivia Judson: Die raffinierten Sexpraktiken der Tiere. Heyne, München 2003.
Werner Bartens und Sebastian Herrmann: Alles über das eine. Eichborn, Frankfurt a. M. 2007.

Veröffentlicht im Januar 2008 © by www.berlinx.de

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