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Nie mehr faule Ausreden!
Sieben Ursachen, warum gute Vorsätze so oft scheitern
Sie hatten den besten Willen, diesmal ernst zu machen. Sie wollten disziplinierter und gesünder leben. Aber irgendwie ging Ihnen unterwegs die Puste aus. Egonet erklärt, warum und wie Sie sich diesmal dagegen wappnen können.
Es besteht kein
Zweifel, beim letzten Jahreswechsel war der ernsthafte Wille da. Sie
wollten wirklich Diät halten, aufhören mit rauchen, sich
mehr Zeit für Familie und Freunde nehmen kurz, alte
Gewohnheiten durch bessere neue ersetzen. Und? Warum hat es nicht
geklappt? Willensschwäche?
Schlechte
Gewohnheiten sind hartnäckig. Der eingefahrene Schlendrian spart
Energie, er erleichtert Körper und Seele die Arbeit. Daher wehrt
sich der Geist gegen jede Änderung. Sobald Sie Ernst machen mit
dem neuen Leben, erwacht in Ihrem Kopf ein kleiner Kobold, der Ihnen
sieben verführerische Argumente einflüstert. Immer wieder.
Bis Sie schwach werden. Oder den Manipulator in Ihrem Innern erkennen
und zum Schweigen bringen. Wenn Sie anfangen, einen der folgenden
Sätze zu denken schalten Sie sofort das Abwehrprogramm
ein!
1. Entweder
gleich oder gar nicht! Sie haben mit Sport angefangen, aber
Erfolge lassen auf sich warten. Das Übergewicht hat sich nur
wenig verringert. Sie haben zwar an Fitness gewonnen, aber man sieht
es Ihnen nicht an. Wenn Sie schon die Anstrengung auf sich nehmen,
wollen Sie auch beeindruckende Erfolge sehen. Sonst können Sie
es auch gleich bleiben lassen.
Die meisten
Menschen überschätzen, was man in einem Monat erreicht, und
unterschätzen, was man in 10 Monaten erreichen kann. Statt
aufzugeben, fahren Sie Ihre Anstrengung etwas zurück, machen
aber unbeirrt weiter. Auch wenn Sie zeitweise keine Fortschritte
sehen. Setzen Sie sich einen langfristigen Termin, zu dem Sie Bilanz
ziehen werden.
2. Ich
bin mein eigener Boss! Sie haben sich vorgenommen, das
Programm eines Ratgebers minutiös zu befolgen. Aber nach einigen
Tagen regt sich Ihr Trotz. Wer bin ich, dass ich sklavisch die
Anweisungen eines wildfremden Experten befolge? Laut Diätplan
ist zum Beispiel heute Abend ein Salat fällig. Aber Rohkost
schmeckt mir nicht. Wenn ich statt dessen ein Fischbrötchen
esse? Fisch soll schließlich auch gesund sein. Ein starker
Charakter folgt seinen eigenen Regeln bis Sie schließlich
wieder bei Ihrem ursprünglichen Schlendrian angekommen sind.
Entwerfen Sie schon bevor Sie starten Ihr eigenes Programm.
Passen Sie die Empfehlungen des Ratgebers Ihren eigenen Bedürfnissen
an. Aber dann halten Sie sich auch an Ihre eigenen, selbst gesetzten
Regeln. Sie dürfen die Regeln auch unterwegs ändern, wenn
Sie merken, dass Sie bestimmte Schwierigkeiten nicht bedacht hatten.
Aber nicht das Programm aufweichen! Ihr Ziel nicht aus den Augen
verlieren! Auch mit Ihren eigenen Regeln sollten Sie schnurstracks
darauf zumarschieren.
3. Das
betrifft mich nicht! Ich rauche zwar, aber dafür fahre
ich regelmäßig Fahrrad. Also werde ich nicht an
Lungenkrebs sterben. Ich habe Übergewicht, aber bei mir kommt es
nicht von Süßigkeiten, also kriege ich auch keinen
Diabetes. Ich treibe keinen Sport, aber da meine Eltern keinen
Infarkt hatten, bin ich durch meine Gene geschützt. Je mehr
wir sündigen und uns noch gesund fühlen, desto stärker
der Glaube, eine Ausnahme zu sein. Wir vergessen, dass auch alle
anderen Raucher solche Ausreden gebrauchen. Wer sind dann die
Raucher, die laut Statistik zehn mal häufiger an Krebs erkranken
als Nichtraucher?
4. Der
Zug ist abgefahren. Jetzt rauche ich schon zwanzig Jahre,
da ist sowieso alles zu spät. Entweder der Krebs lauert schon in
mir oder ich habe Glück. Ich bin seit zehn Jahren geschieden und
habe niemanden Neues gefunden. Jetzt bin ich fast fünfzig, da
finde ich sowieso niemanden mehr. Die Medizin zeigt: Nach einer
Lungenkrebsoperation ist die beste Rehabilitation, sofort das Rauchen
zu stoppen. Diese Maßnahme ist wirkungsvoller als das beste
Medikament. Kurz, Abhilfe ist sogar dann noch sinnvoll, wenn das Kind
bereits in den Brunnen gefallen ist. Das Kind ist zwar nass geworden,
doch wenn Sie es herausziehen, kommt es mit dem Schrecken davon.
Resignation wirkt als selbst erfüllende Prophezeiung. Das heißt,
wenn Sie glauben, es sei zu spät, ist der Zug tatsächlich
weg.
5. Ich
bin halt eine Genießertyp. Fasten, rennen bis zur
Atemlosigkeit, auf Alkohol verzichten das ist was für
Asketen. Ich genieße das Leben viel zu sehr. Ich bin ein
sinnlicher Mensch. Unsereins lebt lieber kurz, dafür aber
intensiv. Genuss und Gesundheit müssen keine Gegensätze
sein. Die Evolution hat unsere Sinne darauf programmiert, unser
Überleben zu sichern. Wir scheuen vor Bitterem zurück, weil
oft Gifte so schmecken. Wir bevorzugen Süßes, weil es uns
mit Energie versorgt. Wir sind wild auf Sex, weil wir so unsere
Erbanlagen weiter geben. Die Wahrheit ist vielmehr, dass wir im
Überfluss das Genießen verlernt haben. Wir stopfen die
Chips kiloweise in uns hinein. Genuss braucht die Beschränkung.
6. Wenn
nicht alles, dann lieber nichts. Sie haben die ersten Tage
prima durchgehalten, aber dann sind Sie schwach geworden. Sie haben
auf der Party eine Zigarette akzeptiert, schon zweimal die
Joggingrunde ausfallen lassen, an Ihrem Diättag zwischendurch
genascht.
Jetzt nicht die
Flinte ins Korn werfen! Eine Zigarette in zwei Wochen ist besser, als
eine Schachtel jeden Tag. Ein Ausrutscher macht Ihre Erfolge nicht
zunichte. Verzeihen Sie sich den Patzer und machen Sie weiter.
Perfektionismus ist der Tod jeder Veränderung.
7. Ab
morgen starte ich durch. Unsere Eltern reimten schon
Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Aber wir merkten bald, dass sie selbst nichts aus ihrer Weisheit
gelernt hatten. Ab Neujahr mache ich Diät? Warum nicht heute?
Na, die guten Festtage will ich noch genießen. Die
Veränderung, die Sie planen, soll Ihr Leben verbessern, nicht
verschlechtern. Trifft das nicht zu, liegt der Fehler in Ihrem Plan.
Ihr Wohl sollte Ihnen heute schon am Herzen liegen, nicht erst am 1.
Januar. Freuen Sie sich auf ein rauchfreies, schlankes, fittes,
kontaktfreudiges usw. Leben. Denken Sie nur an Weihnachten in einem
Jahr: Soll dann Ihre neue Diät immer noch andauern? Dann planen
Sie schon für dieses Mal ein schmackhaftes, aber
kalorienbewusstes Festtagsmenü.
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Veröffentlicht im Dezember 2006 © by www.berlinx.de
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