Medizintourismus. Seit dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das die Krankenkassen aller Mitgliedsländer verpflichtet, sämtliche medizinischen Leistungen zu bezahlen, die ein EU-Bürger in einem beliebigen anderen EU-Staat in Anspruch nimmt, zahlen viele deutsche Kassen trotz des Protestes von Gesundheitsminister Seehofer nun auch, wenn jemand in Spanien beim Zahnarzt war oder sich in Holland eine neue Brille kaufte. Die Experten der Kassen warnen allerdings, daß sich die auf den ersten Blick billigere Leistung aus dem Ausland am Ende als die teurere erweisen könnte. In Deutschland gibt es zum Beispiel auf Zahnersatz zwei Jahre Garantie. Reparaturen ausländischer Brücken und Kronen muß der Patient möglicherweise selbst bezahlen. Deshalb sollte man vor Antritt einer Reise zwecks Behandlung im Ausland die eigene Krankenkasse fragen, was man beachten muß und in welchem Land eine Zahnprothese günstig und zugleich hochwertig ist. Antifett-Pille. Ab Herbst ist sie im Handel, die Tablette Orlistat, deren Wirkstoff Xenikal sich im Dünndarm festsetzt und die körpereigenen Enzyme hindern, das mit der Nahrung aufgenommene Fett zu verdauen. Dadurch wird etwa ein Drittel des Fetts wieder unverdaut ausgeschieden. Können wir von nun an auf das Kalorienzählen verzichten. Leider nicht, warnt die Herstellerfirma Hoffman-La Roche. Die Pille wurde ausschließlich gegen krankhafte Fettsucht entwickelt. Für den Normalbürger mit leichten bis mittleren Gewichtsproblemen empfiehlt sie sich nicht, da sie Nebenwirkungen hat, zum Beispiel zu Verdauungsproblemen führen kann. Außerdem erreicht man mit ihrer Hilfe nur dann eine deutliche Gewichtsreduktion, wenn zusätzlich eine fettarme Diät eingehalten wird. Satellitenfernsehen. Vor zehn Jahren noch ein Privileg einer Minderheit, empfangen inzwischen mehr als 87 Prozent der deutschen Haushalte Fernsehprogramme vom Satellitensystem ASTRA. Davon annähernd 18 Millionen über Kabel und mehr als 11 Millionen direkt vom Satelliten mittels privater Empfangsanlage (Schüssel). Damit hat sich der ASTRA-Empfang seit 1991 mehr als verdreifacht. Weitere 1,4 Millionen Haushalte wollen sich demnächst eine Empfangsanlage anschaffen. Klatsch und Tratsch. Im Beitrag Small Talk" unserer letzten Ausgabe warnten wir vor dem Durchhecheln anderer beim Partygespräch. Eine Studie der amerikanischen Ohio State University bestätigte jetzt: Wer über andere herzieht, schadet vor allem sich selbst. Die Wissenschaftler zeigten ihren Versuchspersonen Fotos von Fremden und gaben zusätzlich einen negativen Kommentar über die abgebildete Person ab. Ergebnis: Die Befragten übertrugen die nachteiligen Einschätzung unbewußt aus den, der sie aussprach, also den Versuchsleiter. Sie schätzten seinen Charakter als schlecht ein. Wer sich beliebt machen will, sage über Abwesende also nur Nettes! Injektionen. Eine gute Nachricht für alle, die Angst vor Spritzen haben: Amerikanische Forscher erfanden eine neue, hauchdünne Mikronadel, die so winzig ist, daß sie nur noch in die äußere Hautschicht eindringt, in der sich keine Nervenenden befinden. Daher tut der Piekser nicht mehr weh. Energy Drinks. Seit 1994 sind Getränke wie Red Bull" oder Flying Horses" auf dem Markt, die bei manchen Jugendlichen Kultstatus genießen und Körper und Geist Power verleihen sollen. Das Bundesgesundheits-ministerium hat die Getränke jetzt auf ihre Wirkung testen lassen. Ergebnis: Eine Dose enthält Koffein von zwei bis vier Tassen Kaffee, außerdem Vitamine und Zucker. Die einzige Neuheit, die Aminosäure Taurin, die aus Ochsengallen gewonnen wird, kann theoretisch zwar stimulieren, wird jedoch vom Menschen zum größten Teil ungenutzt wieder ausgeschieden. Einzig der Zucker- und Koffeinanteil wirkt tatsächlich anregend. Da jedoch die Dose fast drei Mark kostet, ist die ebenso anregende Wirkung von Fruchtsäften und Kaffee die preiswertere Alternative. Viagra. Die Potenzpille aus Amerika, die in Kürze auch offiziell in Deutschland zu haben sein wird, soll es bei uns nicht auf Rezept geben. Darauf einigten sich die zuständigen Experten in stundenlangen, zum Teil kontroversen Verhandlungen. Mit dieser Entscheidung soll einer weiteren Kostenexplosion vorgebeugt werden. Ein weitere Grund für diese Entscheidung: es erwies sich als unmöglich festzulegen, wie oft der deutsche Mann können" soll. Einmal pro Woche? Zweimal? Täglich? Oder noch öfter? Zudem werde mit Viagra ja nur ein Symptom, die Impotenz, stundenweise behoben, aber keine Krankheit ursächlich bekämpft. Bei einem Stückpreis von über dreißig Mark pro Tablette kann es also auf Dauer ganz schön teuer werden, wieder seinen Mann zu stehen.
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