EGONET(T)

Ermitteln Sie Ihr Schlafprofil!
Ein kleiner Psychotest

Wenn Sie meinen, dass eines der unten beschriebenen Schlafprofile auf Sie zutrifft, dann klicken Sie einfach auf den darüberstehenden Buchstaben, um zur entsprechenden Auswertung zu gelangen.
 
A.
Ich kann schlecht einschlafen oder wache wieder auf, weil ich im Bett Schmerzen spüre und/oder die Beine nicht ruhig halten kann und/oder ein Kribbeln, Jucken oder eine andere unangenehme Empfindung dafür sorgt, daß ich nicht ruhig liegen bleibe.
 
B.
Ich leide unter starken Stimmungsschwankungen, fühle mich häufig niedergeschlagen und traurig. Oft erscheint das Leben mir sinnlos.
Ich grübele ständig über mich und mein Verhalten nach.
Wenige Stunden nach dem Einschlafen wache ich auf. Dann beginnt die Quälerei mit unruhigem Wachliegen.
 
C.
Ich spüre des öfteren panische Ängste, ohne daß ich in der Lage wäre, die Auslöser dieser Ängste zu kontrollieren.
Die Furcht vor Angstattacken in der Nacht oder die Furcht, daß während der Nacht mein Herz stehen bleiben könnte (oder vor einem anderen körperlichen Versagen) hindert mich am Einschlafen.
 
D.
Die Zeiten, in denen ich schlafen darf, stimmen nicht mit meinen tatsächlichen Schlafbedürfnissen überein. Aus beruflichen oder privaten Gründen schlafe ich sehr unregelmäßig bzw. bin gezwungen, zu ungewöhnlichen Zeiten ins Bett zu gehen (am frühen Abend, am frühen Morgen, während des Tages).

E.
Nach dem Ins-Bett-gehen liege ich häufig länger als eine halbe Stunde wach.
Ich habe das Gefühl, nur selten wirklich tief zu schlafen.
Nachts wache ich öfter auf.
Insgesamt schlafe ich zu wenig, bin deshalb am Tage oft unkonzentriert, nervös und schläfrig.
Gelegentlich, insbesondere nach aufregenden Tagen, kann ich bis tief in die Nacht überhaupt nicht einschlafen.

 
F.
Ich liege oft lange wach im Bett und kann nicht abschalten.
Auch wenn ich tagsüber keinen Streß, Ärger oder Aufregung hatte, schlafe ich schlecht ein.
Ich denke schon am Tage mit Schrecken daran, daß ich in der nächsten Nacht wahrscheinlich wieder nicht einschlafen kann.
Wenn ich nicht einschlafe, grüble ich darüber nach, wie ich so unausgeschlafen den nächsten Tag bewältigen soll.
 
G.
Zwar schlafe ich lange genug und ungestört, trotzdem fühle ich mich am Tage müde.
Es kommt sogar vor, daß ich am Tage unversehens einschlafe, insbesondere beim Lesen oder Fernsehen.
Man sagt mir, daß ich sehr unruhig schlafen.
Man sagt mir, daß ich schnarche.
Man sagt mir, daß nachts immer wieder mal für längere Zeit aufhöre mit Luftholen.
 
H.
Keine der o.g. Beschreibungen trifft auf mich zu.
 
Falls Sie unter Schlafstörungen leiden – haben Sie sich in einer der Beschreibungen wiedererkannt? Wiedererkannt bedeutet, daß wenigstens die Hälfte der im Kasten genannten Punkte auf Sie zutrifft. Wenn nicht: Es gibt erstens noch eine Reihe weiterer, seltenerer Schlafstörungen. Zweitens leiden nicht wenige an mehreren Störungen zugleich, die sich gegenseitig begünstigen. Unsere Selbstdiagnose soll Ihnen helfen, nach den Ursachen zu forschen und bei einem eventuellen Arztbesuch genauer Ihre speziellen Probleme zu beschreiben, kann aber eine professionelle Ursachenforschung nicht ersetzen.
Schauen wir uns nun an, worauf die unterschiedlichen Symptombeschreibungen hindeuten.
 
Auswertung des Tests
 
A. Hier liegt höchstwahrscheinlich eine echte körperliche Erkrankung vor. Eindeutig ist die Situation, wenn uns Schmerzen, zum Beispiel durch Rheuma, am Einschlafen hindern. Die anderen beschriebenen Symptome sind häufig weniger klar und wirken nicht so bedrohlich. Dennoch können sie eine Stoffwechselkrankheit (zum Beispiel Diabetes) ankündigen oder eine eigenständige Erkrankung darstellen, die medikamentös behandelt werden kann. (Einzelheiten weiter unten.)
 
B. In diesem Fall liegt eine depressive Verstimmung vor. Manchmal weist allein die beschriebene Schlafstörung auf die Depression hin, während andere Symptome kaum erkennbar sind. Eine genauere Untersuchung durch einen Facharzt für Psychiatrie ist unbedingt erforderlich. (Einzelheiten weiter unten.)
 
C. Sind die Angstattacken das Vorherrschende, handelt es sich um eine Angstneurose. Insbesondere, wenn die Angst vor der nächsten Angstattacke das Denken beherrscht. Hindert vor allem das Grübeln über seelische Verletzungen, ungelöste Konflikte, Trauer oder ähnlichem am Einschlafen, ist seelischer Streß die Ursache. In beiden Fällen hilft eine psychotherapeutische Beratung weiter. (Einzelheiten weiter unten.)
 
D. In diesem Kasten werden sich Schichtarbeiter wiedererkennen, aber auch Menschen, die aus beruflichen Gründen häufig nach Amerika oder Fernost fliegen und Leute, die mit Partnern zusammenleben, deren Schlafgewohnheiten von den eigenen stark abweichen. Je nach der konkreten Problemlage muß mit den Beteiligten eine Lösung gesucht werden, unter Umständen mit Rückendeckung eines Arztes, der Ihnen bestätigt, daß der Ihnen aufgezwungene Schlafrhythmus Sie krank macht. (Einzelheiten weiter unten.)
 
E. Hier liegt eine „echte" Schlafstörung vor, die sich leicht zu einer chronischen Schlaflosigkeit ausweiten kann. Wenn sie länger als zwei, drei Wochen anhält, also nicht auf vorübergehende Belastungen zurückzuführen ist, sollte sie deshalb behandelt werden. Es gibt seit kurzem gute Behandlungschancen, die aber vom Patienten Disziplin und eine hohe Motivation erfordern. (Einzelheiten weiter unten.)
 
F. Eine „echte" Schlafstörung hat sich verselbständigt. Sie wissen, daß Sie schlecht einschlafen können, und die Furcht vor den Schlafproblemen der kommenden Nacht verschärft die Lage zusätzlich. Häufig kommt die Gewöhnung an längst wirkungslos gewordene Schlafmittel hinzu. Eine Behandlung wird darauf abzielen, die erlernten falschen Schlafgewohnheiten durch gesunde Gewohnheiten zu ersetzen. (Einzelheiten weiter unten.)
 
G. Hier liegt der Verdacht auf eine Atmungsstörung (Schlaf-Apnoe) während der Nacht nahe. Das griechische Wort Apnoe bedeutet Windstille und beschreibt recht gut, was ein Beobachter wahrnimmt. Der Schläfer hat gerade noch laut geschnarcht, da zieht plötzlich absolute Stille ein. Er hört auf zu atmen – bei manchen bis zu fünfzig Sekunden lang. Man fürchtet schon, der andere werde nie mehr erwachen, da setzt laut rasselnd die Atmung wieder ein. Bis alles von vorn beginnt. Wenn Sie an dieser Schlafstörung leiden, schläft zwar Ihr Bewußtsein – das heißt, Sie nehmen Ihre Umgebung nicht bewußt wahr – aber in Wahrheit erwachen Sie am laufenden Band für wenige Sekunden, und das bis zu einige hundert Mal pro Nacht. Das führt dazu, daß Sie von den acht Stunden Nachtruhe nur vier oder fünf tatsächlich schlafend verbracht haben. Kein Wunder, daß Sie sich trotz scheinbar ausreichender Nachtruhe am Tage müde fühlen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt eine oder mehrere Nächte in einem medizinischen Schlaflabor zubringen und Ihre Schlafdaten messen lassen. Auf keinen Fall Schlafmittel nehmen, um die Schlafdauer zu verlängern, das ist lebensgefährlich! Schlafmittel lähmen die Muskulatur, die für die Atmung verantwortlich ist. Bei gestörter Schlafatmung ein tödliches Risiko! (Einzelheiten weiter unten.)
 
H. Sollten Sie mit keiner der genannten Beschreibungen etwas anfangen können, empfehlen wir Ihnen bei einem Spezialisten eine genaue Diagnose erstellen zu lassen. Wir sagten bereits, daß es eine Reihe weiterer Schlaferkrankungen gibt. Die folgenden drei Beispiele für echte Schlafkrankheiten sollen Ihnen zeigen, daß es im Zweifelsfall immer ratsam ist, einen Arzt aufzusuchen.
Narkolepsie. Es ist die älteste bekannte Schlafkrankheit. Der Patient leidet unter unkontrollierbaren Einschlafanfällen am Tag, und zwar nicht nur beim Lesen oder im Kino wie bei der Schlaf-Apnoe, sondern in beliebigen Situationen: beim Essen, beim Telefonieren, sogar beim Autofahren. Schuld ist eine plötzliche, extreme Muskelerschlaffung wie im REM-Schlaf, die einen Kollaps des Betroffenen nach sich zieht. Bei diesen Menschen weist der Schlafrhythmus charakteristische Besonderheiten auf, die im Schlaflabor leicht nachweisbar sind: Sie fallen nach dem Einschlafen sofort in REM-Schlaf. Die Neigung zu dieser Krankheit wird vererbt. Nach Schätzungen sind 3 bis 4 von 10 000 Menschen von dieser Krankheit betroffen, in Japan überdurchschnittlich viele, in Israel nur sehr wenige.
 
Enzephalitis lethargica. Diese Schlafkrankheit wurde weltbekannt durch Oliver Sacks Buch „Awakenings" (deutsch „Zeit des Erwachens") und die preisgekrönte Verfilmung. Sie brach im Winter 1916/17 aus, forderte in zehn Jahren fünf Millionen Todesopfer und verschwand zehn Jahre später so plötzlich wie sie gekommen war. Hohes Fieber, Halluzinationen, Sehschwäche und starke Schläfrigkeit, die bei den meisten Opfern lebenslang anhielt, waren typisch. Der Neurologe Oliver Sacks entdeckte einige Patienten, Überbleibsel der Epidemie der zwanziger Jahre, in seiner Klinik. Ihm gelang es, sie mit L-Dopa aus der Lethargie, in der sie seit Jahren dämmerten, zu wecken. Leider nur vorübergehend, Sacks mußte die Behandlung wegen schwerer Nebenwirkungen einstellen. Bei der Obduktion gestorbener Patienten wurde eine Hirnschädigung in der Nähe des Hypothalamus (unterer Teil der Seitenwände des Zwischenhirns, der Atmung, Blutdruck, Schlafrhythmus und andere Körperfunktionen reguliert) festgestellt.
 
Klein-Levin-Syndrom. Hauptsächlich junge Männer zwischen 15 und 25 erleiden plötzliche Anfälle von Freßsucht und Schlaf. Manche schlafen jede Woche zwei bis drei Tage durch, andere viermal im Jahr für eine ganze Woche. Diese Störung geht mit anderen Verhaltensauffälligkeiten einher wie gierigem Leerfressen des Kühlschranks oder Anfällen von Exhibitionismus. Die Auslöser der Störung sind unbekannt. Sicher ist, daß die Regulierungs-funktion des Hypothalamus gestört ist, wahrscheinlich auf der Hormonebene.
 
Nur selten handelt es sich bei Schlafproblemen um unheilbare Krankheiten. Den meisten, die über mangelnden Schlaf klagen, kann sehr wohl geholfen werden. Auch wenn die Probleme schon seit Jahren bestehen. In manchen Fällen erfordert allerdings die Heilung eine Mitarbeit von seiten des Patienten, die mit der Selbstüber-windung beim Abgewöhnen des Rauchens vergleichbar ist.
 
Die erfolgreiche Therapie bei der häufigsten, der „echten" Schlafstörung (siehe oben), beginnt mit dem Herausfinden des individuellen Schlafbedarfs. Wer von Natur ein Kurzschläfer ist, wird niemals auf Dauer acht Stunden ungestört schlafen können. Das gleiche gilt für Menschen im höheren Lebensalter. Die Großmutter wird nie mehr so friedlich schlummern wie ihre Enkelin. Im Winter schlafen wir mehr als im Sommer. Frauen brauchen im Mittel mehr Schlaf als Männer.
 
Um den persönlichen Schlafbedarf herauszufinden, gehen Sie folgendermaßen vor: Da Ihre Aufstehzeit durch den Beruf feststehen wird, probieren Sie abend unterschiedliche Einschlafzeiten aus. Gehen Sie mal eine Stunde früher und mal eine Stunde später ins Bett. Was bekommt Ihnen besser? Es kann durchaus sein, daß Sie zu früh zu Bett gehen, und sich dann ärgern, weil Sie nicht einschlafen können.
 
Als nächstes gilt es die eigenen Lebensgewohnheiten kritisch und ehrlich zu durchleuchten. Wer des öfteren einen Teil seiner Alltagsaktivitäten im Bett verrichtet – frühstücken, stricken, lesen, fernsehen – muß sich nicht wundern, daß das Bewußtsein auf Wachen statt auf Schlafen schaltet, wenn man unter die Decke kriecht. Genauso falsch ist es, nach durchwachter Nacht am kommenden Abend zu früh ins Bett zu gehen, in der Hoffnung, versäumten Schlaf nachzuholen, oder am nächsten Morgen lange liegen zu bleiben, um noch einmal einzuschlafen. Wer Schlafprobleme hat, sollte keine Wachzeiten im Bett verbringen. Das wird allzu leicht zur Gewohnheit, auch nachts.
 
Der dritte Schritt ist die logische Konsequenz und genau das Gegenteil dessen, was Menschen mit Schlafproblemen im allgemeinen tun: Die Aufenthaltsdauer im Bett wird nun systematisch verringert. Mitternacht ins Bett und spätestens um sechs Uhr morgens wieder ‘raus. Sicher, der Tag wird anstrengend, weil der Schlaf fehlt. Aber am folgenden oder spätestens am übernächsten Abend sind Sie so müde, daß Sie garantiert einschlafen und höchstwahrscheinlich auch durchschlafen werden. Aber erst um Mitternacht! Und dennoch heißt es: am nächsten Morgen wieder um sechs Uhr aufstehen. Wichtig für den Erfolg dieser Therapie ist es, nicht ein einziges Mal von diesem strengen Regime abzuweichen. Wer länger als eine Viertelstunde wachliegt, muß aufstehen und sich außerhalb des Bettes beschäftigen. Egal, wann er endlich schlafen kann, am nächsten Morgen um sechs Uhr wird aufgestanden.
 
Wer es schafft, infolge des teilweisen Schlafentzugs die sechs Stunden wirklich durchzuschlafen, darf seine Schlafzeit um eine Viertelstunde verlängern. Wer nicht, dem wird eine Viertelstunde abgezogen.
Diese Therapie erscheint Ihnen hart, ja sogar unmenschlich? Sie ist dennoch der erfolgreichste Weg ohne Gewöhnung an Schlafmittel hartnäckige Nichtschlafgewohnheiten zu überwinden. Sie wurde am Schlafmedizinischen Zentrum in Münster erarbeitet und erprobt. Tatsächlich halten die Hälfte der Patienten nicht durch. Die anderen hatten jedoch nach nur sechs Wochen zu einem gesunden Schlaf zurückgefunden und gelernt, daß das Bett in erster Linie zum Schlafen da ist.
Ein einziger Rückfall, ein einziges Liegenbleiben bis in den späten Vormittag, gefährdet den Erfolg dieses Verhaltenstrainings. Insofern unterscheiden sich Schlaflose nicht von Rauchern, Alkoholikern und Drogenabhängigen. Die Erfahrung, wieder frisch und ausgeruht in den Tag zu starten, hilft beim Durchhalten.
Zum Teil I unserer Serie über den Schlaf...
Zum Teil II unserer Serie über den Schlaf...
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