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Ausgabe 04/2001

Die Haut
Was sie jung und elastisch hält

Sie ist mit zwei Quadratmetern unser größtes Organ. Sie verrät selbst ungeübten Augen, wie es um unsere Gesundheit und Jugendlichkeit bestellt ist. Wie Sie ohne großen Aufwand Ihrer Haut Gutes tun, erfahren Sie bei EGO-Net.

 
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Unsere Haut ist ein wahres Wunderwerk der Natur. Sie bildet eine Barriere und zugleich die Kontaktfläche zwischen unserem Innern und der Außenwelt. Das bedeutet, daß sie beispielsweise Atemluft durchlassen, aber viele andere Stoffe und Krankheitserreger von uns fern halten muß. Zugleich muß sie uns vor dem Austrocknen schützen - aber ebenso Informationen über den Tastsinn von außen hereinlassen. Um diese widersprüchlichen Funktionen gleichzeitig erfüllen zu können, hat sie im Laufe der Evolution eine komplizierte Struktur entwickelt.

"Die" Haut besteht eigentlich aus drei Häuten - der Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut - die selbst wieder aus mehreren Schichten bestehen. In der Oberhaut sind das zum Beispiel

die Hornschicht, die uns vor UV-Strahlung, Wasserverlust und schädlichen Substanzen schützt

die Körnerschicht, in der die Hornsubstanzen gebildet werden

die Stachelzellschicht, die für die Elastizität der Haut sorgt, und

die Keimschicht, in der durch Zellteilung junge Zellen nachwachsen, die später abgestorbene Zellen der Oberfläche ersetzen.

In der Haut befinden sich außerdem Talg-, Duft- und Schweißdrüsen, Nervenzellen und Blutgefäße. Als zusätzlichen Schutz bringt sie zudem Pigmente, Nägel und Haare hervor. Ihre Oberfläche schützt sie außerdem durch einen Säureschutzmantel. Sein pH-Wert liegt bei etwa 5. Pflegeprodukte, die in der Werbung mit dem Attribut "pH-neutral" angeboten werden, können für empfindliche Haut zu alkalisch sein und den Säureschutzmantel angreifen. Das öffnet chemischen und physikalischen Einwirkungen von außen den Weg nach innen und greift die oberste Hautschicht an. Normale Haut gleicht den Unterschied wieder aus - vorausgesetzt, man mutet ihr nicht mehr als eine Seifenattacke am Tag zu. Als der Mensch sich in der Evolution entwickelte, gab es keine Seife. Unsere Haut ist folglich auf die Reinigung mit bloßem Wasser optimiert. Hautidentische pH-5-Pflegeprodukte erhalten Sie in der Apotheke.

Obwohl die Kosmetikindustrie eine Unmenge raffinierter Produkte auf den Markt brachte und ständig neue Erfindungen präsentiert, bleiben sich die Fachleute in einem einig: Die mit Abstand effektivste Hautpflege sind frische Luft und Spaziergänge (oder Ausdauersport). Das künstliche Klima der Wohnungen mit gleichbleibenden 22 Grad ohne nennenswerte Luftzirkulation ist dagegen Gift für die Haut. Ebenso der Bewegungsmangel. Beides vermindert den Selbsterneuerungsprozeß der Haut. Dadurch sammeln sich an ihrer Oberfläche abgestorbene, ausgetrocknete Zellen und mit ihnen Hautgifte, wie freie Radikale. Falsche Ernährung verursacht schließlich eine Unterversorgung der Haut mit wichtigen Substanzen, ohne die sie sich nicht ausreichend regenerieren kann.

Pflegeprodukte wurden - neben rein kosmetischen Zwecken - entwickelt, um die Sünden unserer sitzenden Lebensweise auszugleichen:

Peelings helfen beim Abtransport alter Zellen nach.

Feuchtigkeitscremes gleichen die Austrocknung aus.

Masken sowie vitamin- und enzymhaltige Cremes versorgen die Haut mit wichtigen Nährstoffen.

Manche äußeren Einflüsse sind schädlich und nützlich zugleich. In den Medien wird seit einigen Jahren vor Sonnenlicht gewarnt, weil sein UV-Anteil die Hautalterung beschleunigt und Hautkrebs auslöst. Natürliches Sonnenlicht ist aber auch eine Quelle von Gesundheit. Es reguliert unsere biologische Uhr und damit viele Körperfunktionen, es ist ein effektiver Stimmungsaufheller und unverzichtbar für die Produktion des lebenswichtigen Vitamin D. Jüngere Forschungen zeigten außerdem, daß nicht nur Menschen, die als Kind öfter einen Sonnenbrand erlitten, später ein höheres Hautkrebsrisiko haben, sondern auch Kinder, die überhaupt nicht an die Sonne durften. Übermaß und Mangel sind gleichermaßen von Übel.

Deshalb bietet die Industrie Pflegeprodukte mit eingebautem UV-Filter an. Langwellige UV-A-Strahlung, die selbst durch Glasscheiben dringt, ist am gefährlichsten. Das kurzwelligere UV-B-Licht bremst die Haut durch Bildung von Pigmenten, also Hautbräunung ab. Das sichtbare Licht der Sonne ist hingegen ausgesprochen gesund und ein vorzügliches Mittel gegen depressive Stimmungen. Es wird in der Medizin als "Lichttherapie" eingesetzt, um Depressionen zu heilen.

Welche Vitamine der Haut nützen, darüber berichteten wir vor zwei Jahren. (Sie finden den Artikel hier.) Auch manche Enzyme, wie das als Faltenkiller und Zellenkraftwerk berühmte Co-Enzym Q10, haben sich als Jungbrunnen erwiesen. Bei allen von außen zugeführten Wirkstoffen - egal, ob Natursubstanzen oder künstliche aus dem Chemielabor - müssen aber mögliche Nebenwirkungen beachtet werden. Einige von ihnen können Allergien auslösen. Aber selbst die harmlosen Vitamine sollten vorsichtig dosiert werden. Beispielsweise Vitamin A, das Falten vorbeugt, weil es (zu Vitamin-A-Säure umgebaut) die Zellteilung und Kollagenbildung in Gang bringt. Es macht die Haut lichtempfindlicher, sollte also immer in Kombination mit UV-Filter angewandet werden.

Vorsicht ist auch bei Hormonprodukten geboten. Östrogencremes (nur auf Rezept) sind zur Zeit als Antifaltenmittel in Mode. Für diese und andere Hormonpräparate liegen noch keine Langzeitstudien vor. Niemand weiß, welche längerfristige Folgen der Eingriff in die biochemische Balance des Körpers auslöst. Für die nächste Zukunft zeichnet sich eine Rückbesinnung auf die Erfindungen von Mutter Natur ab.

Künftige Innovationen setzen deshalb darauf, den Selbsterneuerungsprozeß der Haut zu stimulieren, statt ihr lediglich ersatzweise fehlende Substanzen von außen zuzuführen. Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf Wirkstoffen, die Umweltschäden ausgleichen und sich problemlos mit den hauteigenen Substanzen verbinden.

Beispielsweise haben Wissenschaftler herausgefunden, daß Bakterien extreme Temperaturunterschiede und saures Wasser dank raffinierter Abwehrstoffe überstehen. Einer von ihnen, das Ectoin, soll in Zukunft in Cremes und Lotionen den menschlichen Hautzellen beim Kampf gegen Umweltstreß helfen.

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