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Ausgabe 01/2001
Selbstmotivation
So überwinden Sie Ihre inneren Grenzen

Der Jahreswechsel ist die Zeit der guten Vorsätze. Damit es nicht bei der bloßen Absicht bleibt, ist Konsequenz im Alltag nötig. Wie schaffen Sie es, über den eigenen Schatten zu springen, der inneren Trägheit ein Schnippchen zu schlagen. EGO-Net nennt Ihnen die wichtigsten Erkenntnisse der Motivationsforschung.

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So überwinden Sie Ihre inneren Grenzen
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Nie mehr rauchen!

Endlich zehn Kilo weniger!

Von nun an täglich eine halbe Stunde Sprachen lernen!

Wer hat nicht schon diese oder ähnliche Sätze halblaut vor sich hingesprochen? Und dabei Bilder eines schlankeren, gesünderen Ich ersonnen, das mit Leichtigkeit Unterhaltungen in fremdsprachiger Umgebung führt? Wieviel von diesen Träumen haben Sie in die Tat umgesetzt? Von wie vielen sich mit schlechtem Gewissen wieder verabschiedet?

Da tröstet es wenig, daß es allen Menschen so geht und auch die Erfolgreichen dieser Welt sich nicht alle Träume erfüllen. Dennoch: wenn es Ihnen mit einem bestimmten Vorhaben wirklich ernst ist, haben Sie guten Chancen, es in die Tat umzusetzen. Vorausgesetzt, Sie nutzen einige Tricks, um sich optimal zu motivieren.

Motivation ist nur ein anderes Wort für Beweggrund - also einen inneren Antrieb, der uns in Bewegung setzt. Warum stehen wir beispielsweise jeden Morgen in der Frühe auf, um zur Arbeit zu gehen? Warum bleiben Sie nicht einfach liegen? Viele Beweggründe sind denkbar, die wichtigsten:

  • Sie brauchen das Geld.
  • Sie brauchen eigentlich nicht soviel Geld, aber ihr Partner achtet Sie mehr, wenn Sie viel verdienen.
  • Sie haben Angst vor negativen Konsequenzen wie Statusverlust durch Arbeitslosigkeit; Langeweile, sozialer Isolierung usw.
  • Sie arbeiten, weil alle "normalen" Leute arbeiten.
  • Ihre Arbeit ist Ihnen ein inneres Bedürfnis.

Fallen ihnen weitere Gründe ein? Schreiben Sie sie dazu. Die meisten von uns arbeiten aus mehreren Gründen zugleich. Die Motive sind allerdings nicht alle gleichwertig. Wir können drei Arten unterscheiden, die uns auf unterschiedliche Weise motivieren, nämlich:

  1. Sie arbeiten nicht für sich, sondern für andere: Ihren Partner, ihre Kinder, die Achtung Ihrer Mitmenschen.
  2. Sie arbeiten für sich selbst, aber aus materiellen Gründen: Geld, Wohlstand.
  3. Sie arbeiten für sich aus inneren Gründen: Ihre Arbeit ist kreativ und bereichert Sie seelisch.

Die ersten beiden Motive sind äußerlich. Sobald Sie ohne Partner und Familie wären, kaum noch Geld brauchten und die Achtung Ihrer Mitmenschen Sie nicht mehr interessierte, könnten Sie Ihren Job aufgeben. Viele Menschen fühlen sich in Ihrem Job nicht wohl und machen nur weiter, weil sie Armut fürchten - und von Ihrer Umgebung für faul gehalten zu werden. Das heißt, sie arbeiten unter äußerem Druck.

Ganz anders, wenn der Beruf ein inneres Bedürfnis ist. Künstlern traut jeder ein befriedigendes Schaffen zu. Aber auch manche Krankenschwester schätzt den Kontakt zu anderen Menschen und das befriedigende Gefühl, helfen zu können. Automechaniker, die ein Leben lang gern an Motoren basteln oder Börsenmakler, die ohne das Auf und Ab der Kurse nicht existieren können, sind keine Seltenheit. Wer innerlich motiviert ist, geht auch dann zur Arbeit, wenn kein Chef mit der Stoppuhr in der Hand die Einhaltung der Arbeitszeiten kontrolliert.

Trick Nr. 1:

Nehmen Sie nur Vorhaben in Angriff, für die Sie innerlich motiviert sind!

Weswegen wollen Sie abnehmen oder sich das Rauchen abgewöhnen? Weil Ihren Partner Ihre Figur oder der Qualm stören? Das wäre eine äußerliche Motivation. Wissenschaftliche Studien zeigen, daß äußerlich motivierte Personen Ihr Vorhaben so gut wie nie durchhalten. Früher oder später sagt man sich nämlich: Warum nehme ich den Streß eigentlich auf mich? Wieso gefalle ich ihm (ihr) nicht so wie ich bin?

Ähnlich steht es mit der Motivation durch Belohnungen. Zum Beispiel, wenn Sie sich vornehmen, sich irgend etwas Schönes für das Geld zu kaufen, das Sie nicht mehr für Zigaretten oder Nahrung ausgeben. Hier sind die Erfolgschancen etwas besser, da Sie sich selbst belohnen wollen. Aber um Erfolg zu haben, sollten Selbst-Belohnungen die innere Motivation nur unterstützen - nicht der alleinige Antrieb sein.

Trick Nr.2:

Entwerfen Sie ein exaktes, realistisches Ziel!

Wenn Sie 90 Kilo wiegen, wäre es Unsinn, sich vorzunehmen: Ich will in einigen Wochen schlank sein wie Kate Moss. Dann werden Sie vorübergehend einige Pfunde verlieren - und binnen kurzem wegen des Jojo-Effektes 100 Kilo wiegen. Informieren Sie sich lieber, welche Leistung für einen durchschnittlichen Menschen realistisch ist. Und planen Sie danach Ihr Vorhaben mit konkreten Zielvorhaben. In unserem Beispiel: Versuchen Sie zuerst, nicht weiter zuzunehmen, indem in Ihrer täglichen Ernährung nach und nach Fleisch und Süßigkeiten durch Gemüse, Früchte, Salate und Vollkornprodukte ersetzen. Wenn das zwei Wochen gut geht: Nehmen Sie sich vor, ein Kilo im Monat abzunehmen. Dann benötigen Sie zwar zwei Jahre, um auf 66 Kilo zu kommen. Das erreichte Ergebnis ist in kleinen Schritten erreicht, dann aber sicher - also nicht durch Appetitattacken, Jojo-Effekt oder Bulimie gefährdet.

Trick Nr. 3:

Folgen Sie dem Prinzip "Teile und herrsche"!

Die meisten Vorhaben schrecken schon durch ihre Größe ab. In einem halben Jahr geläufig Spanisch sprechen - ein Riesenlernaufwand, täglich mindestens anderthalb Stunden! Dreimal pro Woche eine halbe Stunde Joggen - und beim ersten Versuch nach fünf Minuten bereits durchgeschwitzt und völlig erledigt!

Behalten Sie Ihr großes Endziel im Hinterkopf, nehmen Sie sich aber am ersten Tag nur ein kleines Teilziel vor. "Ich will heute nicht mehr rauchen" - das schaffen die meisten Raucher. Einen Tag durchhalten ist eine überschaubare Leistung - morgen darf man ja wieder. Wenn Sie den einen Tag bewältigt haben: Prüfen Sie, wie Sie sich fühlen. Werden Sie noch einen weiteren Tag durchhalten können? Versuchen Sie es. Sie können ja morgen wieder rauchen. Vielleicht aber halten Sie danach auch noch einen dritten Tag durch.

Ähnlich lernen Sie eine neue Sprache (treiben Sport, nehmen ab usw.). Indem Sie sich Tag für Tag neu für einen kleinen Schritt motivieren.

Trick Nr. 4:

Registrieren Sie Ihre Erfolge und verzeihen Sie sich Rückfälle.

Selbst wenn Sie am vierten Tag wieder zur Zigarette greifen - Sie haben drei Tage nicht geraucht. Drei Tage ohne Nikotin, das erste Mal seit vielen Jahren. Das ist zwar nicht die endgültige Abstinenz, aber doch eine recht ordentliche Leistung, oder?

Die meisten erleben Rückfälle und scheitern daran. Sie sagen sich: "Ich habe versagt, ich schaffe es nicht." Grundfalsch! Verzeihen Sie sich den Rückfall. Sie sind eine Person mit Fehlern und Schwächen, wie jeder Mensch. Nehmen Sie sich einfach wieder vor, morgen ohne Zigarette durchzuhalten. Selbst wenn Sie übermorgen wieder rauchen sollten: dann haben Sie von sechs Tagen vier rauchfrei erlebt. Und das ist zumindest ein Teilerfolg. Sie können Ihr Vorhaben jeden Tag wieder neu starten. Und mehr Tage Sie zwischendurch erfolgreich waren, desto größer werden ihre Chancen, eines Tages vollständig siegreich zu sein.

Ebenso, wenn Sie joggen, eine Sprache oder ein Instrument lernen wollen: durch versäumte Tage geht der bisherige Lerneffekt nicht völlig verloren. Gut, Sie werden langsamer Fortschritte machen als ursprünglich geplant. Aber es ist besser als ganz aufzugeben.

 

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