Nie mehr rauchen!
Endlich zehn Kilo weniger!
Von nun an täglich eine halbe Stunde Sprachen lernen!
Wer hat nicht schon diese oder ähnliche Sätze halblaut vor
sich hingesprochen? Und dabei Bilder eines schlankeren, gesünderen
Ich ersonnen, das mit Leichtigkeit Unterhaltungen in fremdsprachiger
Umgebung führt? Wieviel von diesen Träumen haben Sie in die
Tat umgesetzt? Von wie vielen sich mit schlechtem Gewissen wieder verabschiedet?
Da tröstet es wenig, daß es allen Menschen so geht und auch
die Erfolgreichen dieser Welt sich nicht alle Träume erfüllen.
Dennoch: wenn es Ihnen mit einem bestimmten Vorhaben wirklich ernst
ist, haben Sie guten Chancen, es in die Tat umzusetzen. Vorausgesetzt,
Sie nutzen einige Tricks, um sich optimal zu motivieren.
Motivation ist nur ein anderes Wort für Beweggrund - also einen
inneren Antrieb, der uns in Bewegung setzt. Warum stehen wir beispielsweise
jeden Morgen in der Frühe auf, um zur Arbeit zu gehen? Warum bleiben
Sie nicht einfach liegen? Viele Beweggründe sind denkbar, die wichtigsten:
- Sie brauchen das Geld.
- Sie brauchen eigentlich nicht soviel Geld, aber ihr Partner achtet
Sie mehr, wenn Sie viel verdienen.
- Sie haben Angst vor negativen Konsequenzen wie Statusverlust durch
Arbeitslosigkeit; Langeweile, sozialer Isolierung usw.
- Sie arbeiten, weil alle "normalen" Leute arbeiten.
- Ihre Arbeit ist Ihnen ein inneres Bedürfnis.
Fallen ihnen weitere Gründe ein? Schreiben Sie sie dazu. Die meisten
von uns arbeiten aus mehreren Gründen zugleich. Die Motive sind
allerdings nicht alle gleichwertig. Wir können drei Arten unterscheiden,
die uns auf unterschiedliche Weise motivieren, nämlich:
- Sie arbeiten nicht für sich, sondern für andere: Ihren
Partner, ihre Kinder, die Achtung Ihrer Mitmenschen.
- Sie arbeiten für sich selbst, aber aus materiellen Gründen:
Geld, Wohlstand.
- Sie arbeiten für sich aus inneren Gründen: Ihre Arbeit
ist kreativ und bereichert Sie seelisch.
Die ersten beiden Motive sind äußerlich. Sobald Sie ohne
Partner und Familie wären, kaum noch Geld brauchten und die Achtung
Ihrer Mitmenschen Sie nicht mehr interessierte, könnten Sie Ihren
Job aufgeben. Viele Menschen fühlen sich in Ihrem Job nicht wohl
und machen nur weiter, weil sie Armut fürchten - und von Ihrer
Umgebung für faul gehalten zu werden. Das heißt, sie arbeiten
unter äußerem Druck.
Ganz anders, wenn der Beruf ein inneres Bedürfnis ist. Künstlern
traut jeder ein befriedigendes Schaffen zu. Aber auch manche Krankenschwester
schätzt den Kontakt zu anderen Menschen und das befriedigende Gefühl,
helfen zu können. Automechaniker, die ein Leben lang gern an Motoren
basteln oder Börsenmakler, die ohne das Auf und Ab der Kurse nicht
existieren können, sind keine Seltenheit. Wer innerlich motiviert
ist, geht auch dann zur Arbeit, wenn kein Chef mit der Stoppuhr in der
Hand die Einhaltung der Arbeitszeiten kontrolliert.
Trick Nr. 1:
Nehmen Sie nur Vorhaben in Angriff, für die Sie innerlich motiviert
sind!
Weswegen wollen Sie abnehmen oder sich das Rauchen abgewöhnen?
Weil Ihren Partner Ihre Figur oder der Qualm stören? Das wäre
eine äußerliche Motivation. Wissenschaftliche Studien zeigen,
daß äußerlich motivierte Personen Ihr Vorhaben so gut
wie nie durchhalten. Früher oder später sagt man sich nämlich:
Warum nehme ich den Streß eigentlich auf mich? Wieso gefalle ich
ihm (ihr) nicht so wie ich bin?
Ähnlich steht es mit der Motivation durch Belohnungen. Zum Beispiel,
wenn Sie sich vornehmen, sich irgend etwas Schönes für das
Geld zu kaufen, das Sie nicht mehr für Zigaretten oder Nahrung
ausgeben. Hier sind die Erfolgschancen etwas besser, da Sie sich selbst
belohnen wollen. Aber um Erfolg zu haben, sollten Selbst-Belohnungen
die innere Motivation nur unterstützen - nicht der alleinige Antrieb
sein.
Trick Nr.2:
Entwerfen Sie ein exaktes, realistisches Ziel!
Wenn Sie 90 Kilo wiegen, wäre es Unsinn, sich vorzunehmen: Ich
will in einigen Wochen schlank sein wie Kate Moss. Dann werden Sie vorübergehend
einige Pfunde verlieren - und binnen kurzem wegen des Jojo-Effektes
100 Kilo wiegen. Informieren Sie sich lieber, welche Leistung für
einen durchschnittlichen Menschen realistisch ist. Und planen Sie danach
Ihr Vorhaben mit konkreten Zielvorhaben. In unserem Beispiel: Versuchen
Sie zuerst, nicht weiter zuzunehmen, indem in Ihrer täglichen Ernährung
nach und nach Fleisch und Süßigkeiten durch Gemüse,
Früchte, Salate und Vollkornprodukte ersetzen. Wenn das zwei Wochen
gut geht: Nehmen Sie sich vor, ein Kilo im Monat abzunehmen. Dann benötigen
Sie zwar zwei Jahre, um auf 66 Kilo zu kommen. Das erreichte Ergebnis
ist in kleinen Schritten erreicht, dann aber sicher - also nicht durch
Appetitattacken, Jojo-Effekt oder Bulimie gefährdet.
Trick Nr. 3:
Folgen Sie dem Prinzip "Teile und herrsche"!
Die meisten Vorhaben schrecken schon durch ihre Größe ab.
In einem halben Jahr geläufig Spanisch sprechen - ein Riesenlernaufwand,
täglich mindestens anderthalb Stunden! Dreimal pro Woche eine halbe
Stunde Joggen - und beim ersten Versuch nach fünf Minuten bereits
durchgeschwitzt und völlig erledigt!
Behalten Sie Ihr großes Endziel im Hinterkopf, nehmen Sie sich
aber am ersten Tag nur ein kleines Teilziel vor. "Ich will heute
nicht mehr rauchen" - das schaffen die meisten Raucher. Einen Tag
durchhalten ist eine überschaubare Leistung - morgen darf man ja
wieder. Wenn Sie den einen Tag bewältigt haben: Prüfen Sie,
wie Sie sich fühlen. Werden Sie noch einen weiteren Tag durchhalten
können? Versuchen Sie es. Sie können ja morgen wieder rauchen.
Vielleicht aber halten Sie danach auch noch einen dritten Tag durch.
Ähnlich lernen Sie eine neue Sprache (treiben Sport, nehmen ab
usw.). Indem Sie sich Tag für Tag neu für einen kleinen Schritt
motivieren.
Trick Nr. 4:
Registrieren Sie Ihre Erfolge und verzeihen Sie sich Rückfälle.
Selbst wenn Sie am vierten Tag wieder zur Zigarette greifen - Sie haben
drei Tage nicht geraucht. Drei Tage ohne Nikotin, das erste Mal seit
vielen Jahren. Das ist zwar nicht die endgültige Abstinenz, aber
doch eine recht ordentliche Leistung, oder?
Die meisten erleben Rückfälle und scheitern daran. Sie sagen
sich: "Ich habe versagt, ich schaffe es nicht." Grundfalsch!
Verzeihen Sie sich den Rückfall. Sie sind eine Person mit Fehlern
und Schwächen, wie jeder Mensch. Nehmen Sie sich einfach wieder
vor, morgen ohne Zigarette durchzuhalten. Selbst wenn Sie übermorgen
wieder rauchen sollten: dann haben Sie von sechs Tagen vier rauchfrei
erlebt. Und das ist zumindest ein Teilerfolg. Sie können Ihr Vorhaben
jeden Tag wieder neu starten. Und mehr Tage Sie zwischendurch erfolgreich
waren, desto größer werden ihre Chancen, eines Tages vollständig
siegreich zu sein.
Ebenso, wenn Sie joggen, eine Sprache oder ein Instrument lernen wollen:
durch versäumte Tage geht der bisherige Lerneffekt nicht völlig
verloren. Gut, Sie werden langsamer Fortschritte machen als ursprünglich
geplant. Aber es ist besser als ganz aufzugeben.